Meine Hochzeit während Corona- ??? Ein Bericht eines betroffenen Brautpaares

Meine Hochzeit während Corona- ??? Ein Bericht eines betroffenen Brautpaares

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Prolog ...

Der heutige Blog Artikel ist ein rührender und inspirierender Bericht von Jenny.
Ihr Mann und sie mussten die Feierlichkeiten ihrer Hochzeit weitestgehend verschieben. Und dennoch lassen sie sich nicht unterkriegen … aber lest selbst wie sie damit umgehen.
Hochzeitspaar das sich glücklich in den Armen hält

Von Jenny F.

Meine Hochzeit während Corona- ???
 
Diese Fragezeichen stehen hier nicht unberechtigt. Mein Name ist Jenny F., ich bin Lehrerin – derzeit im Homeoffice – und wohne in Südhessen. Seit knapp einem Jahr plane ich akribisch mit meinem Verlobten Stephan unsere Hochzeit, die für den 04.04.2020 vorgesehen war. Man steckte so viel Arbeit und Herzblut in die Vorbereitungen, malte sich den schönsten Tag immer und immer wieder aus, ging die Abläufe durch und dann schlich sich „Corona“ ganz langsam aber sicher immer mehr in die Gedanken. Von anfänglichen Gedanken wie: „Wir werden feiern – egal was kommt!“ bis hin zu:
„Ich möchte gar nicht mehr feiern, wer hätte jetzt schon Spaß ohne Sorgen? Wer würde mit uns tanzen und uns umarmen?“.

Die niemals böse gemeinten Fragen von Kollegen oder Bekannten, was denn nun mit der Hochzeit sei, stimmten uns natürlich auch immer trauriger, vor allem, wenn man es selbst noch nicht wusste, wie oder ob man denn nun eigentlich heiraten wird.

Die Schulschließungen und viele weitreichende Maßnahmen in Deutschland ließen eine große Feier ziemlich schnell undenkbar erscheinen. Da war der Anruf der Location vor knapp zwei Wochen schon eine kleine Erlösung, denn wenn sie unser Fest nicht mehr ausrichten dürfen, so kann man von uns auch keine Stornokosten verlangen und man einigte sich auf eine Verschiebung der Feier auf ein bisher unbekanntes Datum. Hohe Stornokosten kann man zu so einem Zeitpunkt natürlich ganz und gar nicht gebrauchen.
Braut und Bräutigam umarmen sich
Nun hatten wir also Gewissheit. Dies musste jetzt allerdings noch den Gästen mittgeteilt werden. Die einfachste Lösung war für uns, eine Whatsapp Gruppe mit all unseren Gästen zu gründen. Wir verfassten einen schönen Text, in dem zum Ausdruck kam, dass wir mit all unseren Lieblingsmenschen sorglos zusammen feiern möchten und deshalb die Hochzeit verschieben werden.
“Sehr viele rührende Nachrichten erreichten uns daraufhin, was uns natürlich etwas tröstete.”
Nun stand allerdings noch die Frage im Raum, standesamtlich dennoch heiraten ja oder nein? Der Tag wäre voll gepackt gewesen mit dem beginnenden Styling, gefolgt vom First Look und Fotoshooting, weiter zum Standesamt mit großem Empfang auf dem Markplatz mit unzähligen Musikerkollegen, Arbeitskollegen, Freunden, Schülern ect., bis es am Nachmittag im Autokorso mit den geladenen Gästen zur Location und der dortigen freien Trauung und Feier gehen sollte.
 
Dies alles auf einen anderen Termin zu verschieben wäre sportlich gewesen. Aber auch der Gedanke, dann gar nicht verheiratet zu sein, schmerzte. Das Datum, welches schließlich schon in den Ringen steht, wollten wir nicht einfach „loslassen“.
So konnte dann auch der Anruf des Standesamtes, mit der Information: absagen oder nur zu zweit heiraten, nichts mehr an unserem Entschluss ändern. Wir werden heiraten! Und ab diesem Zeitpunkt wachte die Vorfreude wieder auf und ich überlegte, wie ich diesen ganz besonderen Tag nun so schön wie möglich gestalten könnte. Der Tagesbeginn bleibt gleich – die Fotos möchten wir gerne machen – natürlich unter Wahrung des Sicherheitsabstandes. Ich werde mich an einer Hochzeitstorte versuchen und der ein oder andere Gast wird sich wohl in unserem Wohnzimmer verirren und ein Stückchen davon probieren.
“In fünf Tagen wird geheiratet und ich freue mich unendlich darauf, die Frau an der Seite meines Verlobten zu werden! Mit einem Ring am Finger einzuschlafen”
– auch wenn es am Sonntag dann leider nicht in unsere Traumflitterwochen auf die Seychellen gehen kann. Diese mussten natürlich auch aufgrund des Aus- und Einreiseverbots storniert werden.
 
Auch das werden wir nachholen – da bin ich mir ganz sicher.
Sonne und Strand am Meer
Der zweite Teil dieser berührenden Geschichte folgt nach der Trauung von Jenny und ihrem Mann.
 
Seit Ihr ebenfalls ein betroffenes Brautpaar? Wie erlebt Ihr die aktuelle Situation?
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