Unsere Hochzeit während Corona

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Prolog ...

Wie versprochen hat mir Jenny F. den zweiten Teil dieses wundervollen Artikels direkt nach der Hochzeit mit ihrem Mann Stephan zukommen lassen um euch an ihrer inspirierenden Geschichte Teilhaben zu lassen.Wie so eine Zeremonie in Krisenzeiten aussehen kann, das erfahrt ihr in Teil zwei des Blogs “unsere Hochzeit während Corona” Viel Spaß beim Lesen.
Hochzeitspaar das sich glücklich in den Armen hält

Von Jenny F.

Meine Hochzeit während Corona !!!

Diesmal seht ihr keine Frage- sondern Ausrufezeichen! Denn am vergangenen Samstag haben mein Mann Stephan und ich uns das JA-Wort gegeben.
Die letzte Woche vor unserer Hochzeit erlebten wir als sehr aufregend und voller Vorfreude. Ab Montag kam Stephan täglich aufgeregt nach der Arbeit nach Hause und ganz gespannt fieberten wir unserem Tag entgegen. Da ich aufgrund der Situation etwas mehr Zeit zur Verfügung hatte, bekam ich im Laufe der Woche noch einen weiteren Gedanken, wie ich unseren Tag ganz besonders gestalten könnte, dazu aber später mehr. Am Donnerstag und Freitag hatte ich dann meinen Bruder zu Besuch und wir backten jede Menge Leckereien. Angefangen von Macarons – die Stephan und ich auf unserer ersten gemeinsamen Reise nach Paris für uns entdeckten – bis hin zu zwei wundervollen Torten. Als dann an diesen beiden Tagen auch noch die ersten Glückwunschkarten und Geschenke ins Haus trudelten, war es auch mit meiner scheinbaren Gelassenheit vorbei und ich war langsam aber sicher ebenfalls richtig aufgeregt.
Eines der Kuverts ließ schon erkennen, dass es gesammelte Werke meiner Schülerinnen und Schüler waren. Sie konnten nicht an ihrer Überraschung – uns auf dem Marktplatz zu überraschen – festhalten, aber sie hatten sehr wohl an uns gedacht.
schon sehen durfte. Ich lief auf Stephan zu und als der Fotograf mir das Zeichen gab, rief ich ihn und er drehte sich um. Er sah in seinem grauen Anzug einfach umwerfend aus und ich glaube, ich habe ihm auch ganz gut gefallen. Naja okay ich weiß es, er hat es zumindest den ganzen Tag erwähnt. Wir ließen uns Zeit, schauten uns an, genossen den Moment und tauschten für die Fotos schon mal unsere Ringe aus.
Es folgten zwei wunderschöne Stunden, in denen uns unser Fotograf und Freund Emanuel Spiegel in den unterschiedlichsten Varianten fotografierte. Wir hatten klaren Himmel und Sonnenschein und jede Menge Spaß. Sowohl unsere Schwestern, als auch der Fotograf wahrten den nötigen Abstand, sodass wir keine Probleme befürchten mussten. Wir hätten noch viele weitere Stunden zusammen Fotos machen können, doch dann wartete auch noch der offizelle Teil des Tages auf uns.
Blatt mit einem Herz
Auch eine Torte von Geschäftskollegen erreichte uns bereits am Freitagmorgen.
Am letzten Abend vor unserem großen Tag erledigten wir zu Hause noch so einiges, ein paar wenige Gäste wollten wir ja schließlich empfangen und fielen dann sichtlich müde in unsere Betten. Dennoch wachte ich eine Stunde vorm Klingeln des Weckers auf – es war 4:30 Uhr – und mein bis dato noch Verlobter nannte mich anschließend dann liebevoll nur noch seine Krawallschachtel.
 
Es war ein wunderschönes, gemeinsames Aufwachen. Wir machten uns gemeinsam im Bad fertig, tranken in der Küche gemütlich Kaffee und Tee und packten das letzte Geschenk unseres Countdownkalenders auf, bevor um halb sieben meine Beauty Session begann. Ich verbrachte den Morgen in unserem Wohnzimmer, wurde gestylt und geschminkt und Stephan erledigte noch ein paar Dinge, wie das Packen des Autos mit Kameras, das Abholen des Brautstraußes und das Besorgen des Frühstückes. Unsere Schwestern und Trauzeuginnen halfen uns an diesem Morgen und hielten diese Momente auch immer wieder mit der Kamera fest.
Gegen 9:15 Uhr machte sich Stephan schon mal auf den Weg in unsere Nachbarstadt, denn dort wollten wir uns zum ersten Mal sehen und unser Fotoshooting machen. Nachdem ich mit etwas Verspätung
– so muss das doch aber bei einer richtigen Braut auch sein – endlich mein Kleid anhatte, konnten auch meine Schwester und ich uns auf den Weg machen.
 
Das Bild zeigt einen Brautstrauß
Zuvor entdeckte ich noch meinen Brautstrauß in der Küche, zusammen mit einem wundervollen Brief.
Da ich meinen Zukünftigen nicht noch länger warten lassen wollte, entschied ich mich, den Brief im Auto zu lesen. Es waren wundervolle, persönliche Zeilen, mit denen mein Mann mich überraschte, aber auch ich wusste, dass ich noch eine kleine Überraschung für ihn parat hatte.
Zuvor entdeckte ich noch meinen
An unserer Fotolocation angekommen, liefen wir in die Richtung des Hügels, auf dem Stephan schon mit abgewandtem Blick auf mich wartete. Es dauerte noch ein paar Minuten, bis alle richtig positioniert waren. Das war unglaublich spannend und aufregend, auch wenn ich meinen Schatz von hinten ja schon sehen durfte. Ich lief auf Stephan zu und als der Fotograf mir das Zeichen gab, rief ich ihn und er drehte sich um. Er sah in seinem grauen Anzug einfach umwerfend aus und ich glaube, ich habe ihm auch ganz gut gefallen. Naja okay ich weiß es, er hat es zumindest den ganzen Tag erwähnt. Wir ließen uns Zeit, schauten uns an, genossen den Moment und tauschten für die Fotos schon mal unsere Ringe aus.
Es folgten zwei wunderschöne Stunden, in denen uns unser Fotograf und Freund Emanuel Spiegel in den unterschiedlichsten Varianten fotografierte. Wir hatten klaren Himmel und Sonnenschein und jede Menge Spaß. Sowohl unsere Schwestern, als auch der Fotograf wahrten den nötigen Abstand, sodass wir keine Probleme befürchten mussten. Wir hätten noch viele weitere Stunden zusammen Fotos machen können, doch dann wartete auch noch der offizelle Teil des Tages auf uns.
Hochzeitspaar das sich glücklich in den Armen hält
Wir liefen zu unserem Auto und fuhren gemeinsam die 15 Minuten zum Standesamt unseres Wohnortes. Bepackt mit zwei Kameras, dem Stammbuch und unseren Ringen betraten wir den Marktplatz und erblickten auch schon meine Schwiegereltern, die noch ein paar Fotos von uns schossen. Da blickte aber auch schon die Standesbeamtin aus dem Rathaus und wir traten ein.
Die große Holztreppe ging es nach oben und alleine in das sehr große Trauzimmer, welches dennoch für uns dekoriert wurde. Auf dem Tisch brannten zwei Kerzen und Stephan baute noch die Foto- und Videokamera auf. Mit Serienbildern und einem laufenden Videofilm wollten wir dafür sorgen, dass auch alle schönen Momente für uns festgehalten werden. Stephan setzte sich zu mir, reichte mir seine Hand und dann spürte ich meinen Herzschlag im ganzen Körper.
 
Die ersten Worte der Standesbeamtin, die uns alleine begrüßte, konnte ich gar nicht richtig wahrnehmen, aber nach und nach gelang es mir, ihren schönen Worten zu folgen.
Erst erzählte sie allgemein von der Liebe und den Dingen, die uns erwarten würden und wie wir uns in einer guten Ehe einbringen könnten. Sie sagte unter anderem, dass wenn der Partner ins Zimmer käme und man genau wüsste, dass man nichts mehr ohne ihn erleben möchte, dass es der oder die Richtige an seiner Seite sei. Diese Worte sprachen mir direkt aus der Seele und ab da verdrückte ich mehr als die ein odere andere Träne.
Eine Frau und ein Mann die sich an der Hand halten
Sie erzählte anschließend auch unsere Kennenlerngeschichte, gespickt mit den Highlights unserer bisherigen Beziehung. Ja natürlich wussten und kannten wir das alles, aber es fühlte sich dennoch wunderschön an, dies von ihr zu hören. Ich dachte nicht daran, wie traurig es vielleicht sei, dass keiner bei uns war. Stephan war da und das war und ist das Allerwichtigste. Wir genossen diese Momente zu zweit, schauten uns an, hielten unsere Hände und waren einfach glücklich. Nach zwei strahlenden „JAs“, dem Ringtausch, einem Kuss und einer alten und einer neuen Unterschrift war es somit amtlich.
“Aus Frau F. wurde Frau H. und aus dem Ich und Du ein Wir.”
Zum Schluss sollte meine Überraschung für Stephan folgen. Ich bat ihn um mein Handy, öffnete meinen für ihn selbstgedichteten Liedtext und sang ihm mein Lied für ihn vor. Es waren wundervolle drei Minuten, in denen auch Stephan seinen Emotionen freien Lauf ließ und ein paar Tränen vergoss.
 
Am Ende schoss die Standesbeamtin noch ein paar Erinnerungsfotos. Für uns war es eine tolle Zeremonie. Dass keiner außer uns dabei war, hat der Standesbeamtin wohl etwas mehr ausgemacht als uns, dennoch hat sie die Momente für uns sehr schön gestaltet. Nun liefen wir als verheiratetes Paar aus dem Standesamt und waren wirklich überwältigt von dem, was uns dort erwartete.
 
Dass der ein oder andere der Familie kommen würde, hatten wir geahnt. Dass aber unter Wahrung des Sicherheitsabstandes sogar Musik für uns gemacht wurde, ein Spiel stattfand und meine Tante mit der grandiosen Idee einer verlängerten Hand gratulierte überwältigte uns. Zu „Rote Lippen soll man Küssen“ schunkelten wir im Takt. Luftballons auf einem Ast, der selbstverständlich auch beim Übergeben den Sicherheitsabstand einhielt, konnten wir ebenfalls gemeinsam in die Lüfte steigen lassen.
Zwei Luftballons die bei einer Hochzeit fliegen
Einige Glückwunschrufe erreichten uns und die Kiste „Notsekt“, die wir im Auto hatten, boten wir dann als „Sekt to go“ am Brunnen an. Stephan ließ die Korken knallen und jeder konnte sich selbst bedienen und uns zuprosten.
 
Es wäre gelogen, wenn wir sagen würden, es war uns egal, dass wir niemanden direkt umarmen konnten. Aber unsere Liebsten haben einfach das Beste aus der Situation für uns rausgeholt. Dafür sind wir unendlich dankbar. Das Ordnungsamt war zunächst seitlich auf dem Marktplatz präsent und schaute, dass alle Vorschriften eingehalten wurden. Um ehrlich zu sein erleichterte uns dies mehr, als dass es uns störte. So wussten wir, es war alles in Ordnung.
 
Nachdem wir dann doch knapp 1,5 Stunden auf dem Marktplatz verbracht hatten, fuhren wir zu uns nach Hause. Eine Freundin überraschte uns, die eigentlich nur schnell ein Geschenk vor die Türe stellen wollte. Ein paar Familienmitglieder kamen nacheinander zeitversetzt zu uns nach Hause.
Stephan bekam zum ersten Mal die Macarons und Hochzeitstorten zu Gesicht und ganz klassisch schnitten wir diese an und fütterten uns gegenseitig. Auch unsere Gäste freuten sich über den leckeren Kuchen.
Am Nachmittag fuhren Stephan und ich noch einmal alleine zu unserer Fotolocation, um noch ein paar Drohnenbilder und Videos zu machen. Wenn wir nun so viel Zeit hatten, dann wollten wir auf diese Erinnerung nicht verzichten. Zu Hause angekommen, verbrachten wir den Abend mit den letzten Gästen in gemütlicher Runde, bevor wir dann ab ca. halb 9 alleine waren.
 
Stephan half mir aus dem Kleid und ich muss sagen, ich freute mich einfach nur, denn ich wusste, ich darf es irgendwann noch einmal anziehen und mit all meinen Freunden und Verwandten feiern. Ich glaube wirklich, dass man es nach einer riesen Feier mitten in der Nacht etwas wehmütiger ausgezogen hätte und vielleicht sogar ein bisschen traurig gewesen wäre.
 
Wir aber wussten, uns erwartet noch eine rauschende Party.
 
Gemütlich saßen wir nun auf der Couch, öffneten unsere Glückwunschkarten und versendeten ein paar erste Bilder an diejenigen, die nicht dabei sein konnten. Wir waren wirklich platt und müde an diesem Abend und genossen es sehr, am nächsten Tag auszuschlafen und uns ein spätes Hochzeitsfrühstück zuzubereiten.
Auch am Sonntag bekamen wir mittags und am Abend noch ein klein wenig Besuch und waren somit nicht alleine.
 
Schon hierbei konnten wir erzählen, dass es für uns ein wundervoller Tag gewesen ist. Es war für uns die absolut richtige Entscheidung, an unserem Tag festzuhalten und uns zu trauen. Wir würden es immer wieder so machen und sind kein bisschen traurig darüber, wie unser Tag gewesen ist.
Im Gegenteil, es war einzigartig und wir werden uns ganz sicher für immer an unseren besonderen Hochzeitstag erinnern.
Nun hoffen wir natürlich, dass wir bald unsere große Feier mit freier Trauung nachholen können.
 Denn unser Glück wollen wir selbstverständlich immer noch mit all unseren Lieblingsmenschen teilen.
Ein glückliches Brautpaar das auf der Wiese sitzt
Herzlichen Dank an Jenny, die sich die Mühe gemacht hat Ihre Erlebnisse mit uns zu teilen! Dieser inspirierende Bericht darf gerne fleißig geteilt werden. Was habt Ihr erlebt? Beschreibt eure Erlebnisse in den Kommentaren und tauscht euch aus.

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